Entscheidungen

Mitte September 2019 haben einige besondere Umstände mich veranlasst, darüber nachzudenken, was wirklich wichtig ist im Leben:

Wir alle müssen unser Leben lang ständig Entscheidungen treffen. Es gibt große und kleine Entscheidungen. Einige sind weitreichend und wichtig, andere beeinflussen unser Leben nur kurzzeitig oder am Rande. Es gibt Menschen, die in der Regel schnell eine Entscheidung treffen und diese dann umgehend mit allen Konsequenzen umsetzen und durchziehen. Andere können sich nur sehr zögerlich entscheiden und hinterfragen im weiteren Verlauf des Geschehens immer wieder die Richtigkeit ihrer Wahl. Wenn wir uns entscheiden, greifen wir bewusst aber vor allem auch unbewusst zurück auf alle Erfahrungen, die wir in unserem bisherigen Leben gemacht haben. Unsere Entscheidungen sind daher für uns selber logisch, auch wenn ein anderer Mensch unsere Wahl möglicherweise nicht nachvollziehen kann und selber in einer vergleichbaren Situation einen anderen Lösungsweg eingeschlagen hätte. Weiterlesen „Entscheidungen“

anders

Anfang August 2019 habe ich mich damit beschäftigt, wie belebend es sein kann, wenn man einfach mal etwas anders macht als üblich:

Im Alltag erscheint es oftmals verführerisch, auf Autopilot zu schalten und Dinge genauso zu machen wie gestern, vorgestern und vorvorgestern. Die Routinen geben Sicherheit, erleichtern vieles und schonen vermeintlich Lebenskraft. Ein bisschen erinnert das allerdings manchmal an Rituale die man mit Kleinkindern bewusst schafft, damit diese leichter in den Schlaf finden. Weiterlesen „anders“

Farben

Mitte Juli 2019 war der Sommer in Norddeutschland ziemlich trist und grau. Das hat mich über bunte Farben nachdenken lassen:

In seinem Buch „Der einarmige Pianist“ beschäftigt sich Oliver Sacks mit der Wirkung von Musik auf das Gehirn. Neben vielen anderen erstaunlichen Dingen beschreibt er das Phänomen, dass einige Menschen Musik nicht nur hören sondern auch als Farben wahrnehmen. Dabei sind wohl die unterschiedlichen Farben einzelnen Tönen oder auch Tonarten unveränderlich zugeordnet. Beim Zinken muss ich häufig frustriert anhören, dass meine Intonation noch nicht so wirklich stimmig ist. Ich stelle mir vor dass es doppelt entmutigend sein muss, wenn ich nicht nur höre, dass beispielsweise das b mal wieder zu tief ist, sondern ich das auch noch automatisch mit einem farblichen Misston visualisiere. Weiterlesen „Farben“

Balance

Ende Juni 2019 habe ich wieder eine Geschichte mit einem relativ hohen Zinkanteil verfasst:

Kürzlich habe ich einen spannenden Vortrag gehört, in dem es um gesundheitsfördernde Maßnahmen ging. Die Referentin hat sich eingangs zunächst mit dem Begriff bzw. der Vorstellung von Gesundheit beschäftigt. Gesundheit ganzheitlich betrachtet bedeutet immer auch Glück und eine der grundlegenden Voraussetzungen für Gesundheit und Glück ist ihrer Ansicht nach die Fähigkeit oder zumindest das Bestreben, immer wieder in die individuelle Balance, die eigene Mitte zu finden. Damit meint sie ausdrücklich die Balance in allen vorstellbaren Bereichen, also z.B. zwischen Anspannung und Entspannung, Ruhe und Aktivität, Belastung und Entlastung, Einatmung und Ausatmung, Säuren und Basen, Beuger und Strecker, Loslassen und Festhalten, Lärm und Stille, Tag und Nacht usw. Eine nachhaltige Störung der Balance kann zu einem krankhaften Zustand führen. Weiterlesen „Balance“

Sauerteig

Mitte Juni 2019 habe ich mal wieder eine Geschichte ganz ohne Zink verfasst. Es geht aber um Kreativität und den Wunsch, sich kreativ auszudrücken, hat also irgendwie doch mit dem Zink zu tun:

Nach einem wunderbaren Urlaub bin ich nach einer Woche Arbeit und Terminen nun wieder in meinem Alltagstrott angekommen. Am Wochenende muss ich dringend frisches Brot backen. In der Regel backe ich immer gleich eine große Menge auf einmal und friere einen Vorrat für die nächsten Wochen ein. Dieser Vorrat ist nun aber aufgebraucht.

Für die Teiglockerung von selber gebackenem Vollkorn-Roggenbrot benötige ich Sauerteig. Meinen derzeitigen Sauerteig pflege ich schon seit einigen Jahren und die meiste Zeit steht er zufrieden im Kühlschrank in seinem Glas vor sich hin. Vor einigen Wochen habe ich ihn aber tatsächlich mal in ein neues Glas umziehen lassen, weil der Deckel des alten Glases nach Jahren des Gebrauchs nicht mehr so ansehnlich war. Angesetzt habe ich den Sauerteig seinerzeit selber und finde es nach wie vor faszinierend, dass aus wenigen einfachen Zutaten und mit genügend Zeit und den richtigen Rahmenbedingungen etwas Prickelndes und Neues entstanden ist. Bei Gelegenheit muss ich doch vielleicht meinen Chemie-studierenden Sohn mal fragen, wie das eigentlich funktioniert mit der Gärung.

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Zeit

Im Urlaub hatte ich viel Zeit zum Entspannen und Ausruhen. Dann ist mir aber Mitte Juni doch wieder eine neue Geschichte eingefallen, passenderweise zum Thema Zeit:

Vor einiger Zeit habe ich eine spannende Fortbildung zum Thema „Diversity“ besucht. Unter anderem haben wir uns da auch mit dem unterschiedlichen Zeitverständnis von Menschen und ganzen Kulturkreisen beschäftigt. Es gibt ja polychrone und monochrone Zeittypen. In Deutschland leben wir in einer monochron geprägten Welt und ich passe da mit meinem Verständnis für die Zeit zu 100 % hinein. In der monochronen Vorstellung ist die Zeit etwas Übergeordnetes und linear Durchlaufendes, an dem sich Geschehnisse und Ereignisse orientieren, sortieren und zuordnen lassen. Daten und Termine sind etwas sehr Wichtiges und die individuelle Zeit kann man beplanen und effektiv nutzen. Außerdem findet eine strikte Trennung statt zwischen der Zeit, die man zum Beispiel für die Arbeit aufwendet und der Freizeit. Weiterlesen „Zeit“

Sorgfalt

Mitte Mai 2019 habe ich das Sozialrecht, das Zinken und ein paar Überlegungen zum Lernen miteinander vermengt und gut geschüttelt. Herausgekommen ist die folgende Geschichte:

Kürzlich habe ich einen Vortrag gehört zu Systematik, Sinn und Zweck des Sozialgesetzbuches. Da ich mich beruflich täglich mit Teilen davon beschäftige, habe ich nichts grundsätzlich Neues gelernt. Der Referent hat es aber verstanden, einige Fragen auf amüsante Art und Weise anzusprechen. So hat er einprägsam darauf hingewiesen, dass eine nicht immer nachvollziehbare Diskrepanz besteht zwischen der Wichtigkeit bzw. grundlegenden Bedeutung von Vorschriften und ihrer jeweiligen Länge. Beispielsweise befasst sich § 291a Fünftes Buch Sozialgesetzbuch mit 3.730 Wörtern und insgesamt 26.583 Zeichen inklusive Leerzeichen über eine Länge von sechs DIN/A 4 Seiten mit Details zur Elektronischen Gesundheitskarte und Telematikinfrastruktur. Der Gesetzgeber hat enorm viel Sorgfalt darauf verwendet, diese Belange zu regeln. Sie scheinen ihm also sehr wichtig zu sein. Zuhause habe ich allerdings erstmal googeln müssen, was die Telematikinfrastruktur eigentlich ist und kann die Länge der Vorschrift nicht in einen vernünftigen oder nachvollziehbaren Bezug setzen zur Wichtigkeit dieser Regelung. Weiterlesen „Sorgfalt“

Scannen

Beim Einscannen meiner Bildergeschichte (Die kleine Ente) kam mir Anfang Mai 2019 die Grundidee zu einer neuen Geschichte. Und als ich dann kürzlich einmal aus Versehen eine schlecht sitzende Jeans anhatte, haben sich viele lose Fäden miteinander verknüpft und herausgekommen ist die folgende Geschichte:

Als ich in der 7. oder 8. Klasse war, bin ich in der Schule eines Tages nach der Pause wieder in den Klassenraum zurückgekehrt. Ein paar der blöden Jungs hatten sich zusammengerottet und waren auffällig am Kichern und gestikulierten in meine Richtung. Einer von ihnen hatte so eine komische Brille auf der Nase und hat mich grinsend durch die Brillengläser betrachtet. Ich war ziemlich verunsichert von der Situation. Die Jungs haben mich dann irgendwann aufgeklärt: durch diese Brille konnten sie durch meine Kleidung hindurch bis auf meine Haut sehen. Das hat mich und die anderen Mädchen natürlich noch weiter verunsichert und aufgeschreckt und ich weiß bis heute nicht, wie diese Brille damals eigentlich funktioniert hat. Weil die Jungs nicht wollten, dass ich durch ihre Kleidung hindurchsehe, durfte ich die Brille nicht testen. Weiterlesen „Scannen“

Geräusche

Mitte April 2019 war das Bahnfahren zur Arbeit recht anstrengend, weil es bedingt durch eine größere Baustelle zu erheblichen Verspätungen oder sogar Zugausfällen kam. Ich war immer froh, wenn die Züge überhaupt fuhren und hatte in der Bahn viel Zeit, mir die folgende Geschichte zu überlegen:

Wegen längst überfälliger Bauarbeiten in Hude läuft derzeit meine Bahnverbindung, die ich als Pendlerin nutze, nicht so geschmeidig wie gewohnt. Kürzlich ist der Zug morgens im Schritttempo vor sich hingeschlichen. Zur Information der Reisenden  ertönte eine leise, erklärende Durchsage des Lokführers: „Schschschschschschkrkrkrkschschsch-strecke-schschschschkrkrkrkschsch-delmenhorst-schschschkrkrk“.

Eine Zugbekanntschaft lächelte mich erleichtert an und meinte, das sei ja nun Gott sei Dank noch im Rahmen. Weiterlesen „Geräusche“