über den Anfang

Mitte März 2019:

Wer oder was ist ein Zink oder Cornetto? Dass es dieses Musikinstrument gibt, hatte ich schon vor längerer Zeit gehört, mich aber nicht weiter damit beschäftigt, bis ich Ende 2016 zufällig auf ein Exemplar gestoßen bin und da keinen vernünftigen Ton herausbekommen habe.

Nach vielen vergeblichen bzw. unbefriedigenden Versuchen habe ich Kontakt aufgenommen zu einem Zink Lehrer in Bremen. Ende Mai 2017 hatte ich meine erste Unterrichtsstunde und seitdem nimmt dieses faszinierende Instrument einen relativ großen Raum in meinem Leben ein. Es ist eines der am schwersten zu lernenden Musikinstrumente der Welt und es scheint eine intensive Wechselwirkung zu geben zwischen meinen Lernprozessen beim Zinken und Entwicklungsschritten in meinem Leben. Was da alles so bei mir passiert, muss ich irgendwie loswerden. Mein Umfeld war verständlicherweise von meinen permanenten und aufgeregten Statusmeldungen über meine neuesten Fortschritte beim Zinken („heute klang das g gar nicht mehr so gruselig wie sonst immer“) irgendwann ein wenig genervt, so dass ich einen anderen Weg finden musste, um meine Erlebnisse und Erkenntnisse zu verarbeiten.

Das für mich passende Format sind kleine Geschichten, meist heiter, manchmal auch nachdenklich. Zum überwiegenden Teil hängen sie alle irgendwie mit dem Zink zusammen.

Im November 2017 ging es bei mir los mit den Geschichten, die ich Familie, Freunden und Kollegen zugemailt und daraufhin viele positive und ermutigende Reaktionen erhalten habe. Die bisherigen Texte habe ich hier zum Nachlesen alle eingestellt. Von Zeit zu Zeit wird eine neue Geschichte dazukommen. Ich kann aber keinen festen Rhythmus versprechen. Das letzte Jahr hat gezeigt, dass ich keinen bewussten Einfluss habe auf die Geschichten. Sie kommen oder sie kommen nicht, das muss ich annehmen, wie es ist. Themen kann ich mir zwar vornehmen, die Texte entwickeln dann beim Schreiben aber ein Eigenleben und werden doch irgendwie immer ganz anders als gedacht.

Erstmals auf die Idee gebracht, einen Blog zu schreiben, hat mich meine Kollegin Sabi, die von unserer ersten Begegnung an ganz viel Potential in mir gesehen hat und mich hat wachsen lassen. Danke! Mein Dank gilt auch meinem Lehrer Gebhard David, der mich und meine Macken mit viel Humor erträgt und mich geduldig und feinfühlig auf meinem individuellen Zink-Weg begleitet und weiter voranbringt. Wunderbare Hörbeispiele, die deutlich machen, warum dieses Instrument so faszinierend ist, findet ihr auf der Homepage seines Ensembles Les Cornets Noirs. Wer mehr über den Zink erfahren möchte, dem empfehle ich neben Wikipedia die Homepage von Bruce Dickey. Dort stehen – allerdings auf Englisch – viele Informationen und Bilder zum Instrument bereit.

Für all die Menschen in meinem Umfeld, die mich tragen und sich für mich freuen, dass ich in meinem Leben nicht stehenbleibe, sondern mich bewege, wohin auch immer, bin ich sehr dankbar.

Ja, und meine ganze Entwicklung und alles, was ich jetzt so treibe, wäre natürlich gar nicht möglich ohne die beständige, vorbehaltlose und liebevolle Unterstützung meines Mannes. Von Herzen Dank dafür!

Ich wünsche allen viel Freude beim Stöbern in meinen Geschichten und vielleicht den einen oder anderen neuen Denkansatz. Außerdem freue ich mich natürlich über Rückmeldungen von euch. Und vielleicht kommt der eine oder andere von euch ja auch auf den Geschmack von Musik aus der Blütezeit des Zink. Da gibt es noch so viel Wunderbares zu entdecken! Für mich ist und bleibt die Alte Musik eine spannende Neue Welt.