Ordnung

Eine meiner wenigen zinkfreien Geschichten ist Anfang Januar 2020 entstanden. Natürlich stand der Zink aber am Anfang meiner Überlegungen. Es galt, drei Zinken auf zwei Stimmen aufzuteilen. Das ließ sich gut ordnen mithilfe von Excel und Farben. Sowohl über Excel als auch über Farben habe ich bereits Geschichten geschrieben (Diagramme und Farbe). Es blieb also nur das Thema Ordnung noch übrig:

Um Sachen zu ordnen, gibt es viele verschieden Möglichkeiten und Systeme. So kann man Dinge zum Beispiel numerisch, alphabetisch, nach Größen, Kaloriengehalt oder auch nach Farben sortiert ablegen. Wenn man mit mehreren Menschen zusammen arbeitet, sollte man sich auf ein einheitliches und möglichst einfaches Ordnungssystem verständigen, sonst gibt es schnell ein Durcheinander und man verbringt viel Zeit damit, falsch abgelegte Sachen zu suchen. Computer können die Arbeit erleichtern, wenn bei Erfassung eines Neufalles automatisch ein fortlaufend numerisches Aktenzeichen vergeben wird. Hängt man dann aber die Akten sortiert nach diesen Aktenzeichen im Schrank ab und nicht alphabetisch, findet man später den Vorgang auch nur mit Hilfe des Computers wieder. Sobald das System einmal ausfällt, ist man orientierungslos, praktisch nicht mehr arbeitsfähig und muss gezwungenermaßen Pause machen.

In der Organisation, in der ich derzeit tätig bin, hat jeder Kollege für den eigenen Fallbestand eine andere Farbe für seine Aktendeckel. So kommt es, dass die Mitarbeiter in anderen Abteilungen, denen wir unsere Vorgänge nach Beendigung zusenden, diese in unterschiedlich farbigen Aktendeckeln bekommen. Das hat schon zu so manchem Rätselraten geführt, nach welchem inhaltlichen Zusammenhang bzw. System wir wohl die Farbe der Aktendeckel vergeben. Darauf, dass die Farbe auf den jeweiligen Mitarbeiter bei uns hinweist, ist von alleine, soweit ich das weiß, bisher noch niemand gekommen.

Besucherströme kann man gut mit Farben lenken. In Parkhäusern merke ich mir beispielsweise selten die Etage, in der ich den Wagen abgestellt habe, zumal es da ja auch manchmal noch Halbgeschosse gibt. Ich finde es einfacher mich daran zu erinnern, dass ich das Auto auf der orangenen Ebene geparkt habe, oder der gelben. In unserer Zahnarztpraxis gibt es Behandlungsräume die in unterschiedlichen Farben gehalten sind. Durchsagen lauten dann beispielsweise: „eine Helferin ins Blaue, bitte!“ Im Kindergarten, den unsere Kinder besucht haben, sind die ursprünglichen Gruppen Zwergenland, Marienkäfergruppe, Wichtelland und Sonnenland umbenannt worden in die neutralen, pädagogisch wertvollen und vor allem auch gendergerechten Namen blaue, grüne, rote und gelbe Gruppe.

Unseren Familienalltag mit drei Jungs haben wir seinerzeit mit Hilfe von Farben ganz erfolgreich managen können. Die Waschmaschine lief bei drei intensiv Sport treibenden Jungs mindestens einmal täglich. Das Socken-Auseinandersortieren haben wir dadurch vereinfacht, dass der eine Sohn ausschließlich weiße Socken getragen hat, der nächste nur schwarze, der dritte graue mit Mustern am Schaft und mein Mann graue ohne Muster. So waren die riesigen Sockenberge in Größe 45/46 immer gut zu bewältigen und zu ordnen.

Zu Weihnachten hatten wir kürzlich alle Jungs und die Freundin unseres Mittleren zu Besuch. Das Haus war also voll und zur Organisation des Alltags haben wir wieder intuitiv auf das bewährte Farbensystem zurückgegriffen. Zwar nicht unbedingt beim Sockenwaschen, dafür aber im Badezimmer. Es hat sich ausgezahlt, dass wir seit Jahren ausschließlich Handtücher in unterschiedlichen Farben von unserem Ökoversender beziehen und nicht zugunsten eines gefälligen und modernen Designs auf Handtücher ausschließlich in einheitlichem und angesagtem Türkis mit eingewebten weißen Fischen umgestiegen sind. Hier konnte sich doch wirklich jeder merken, welches das eigene Handtuch ist:

Dieses Bild hat ein leeres alt-Attribut; sein Dateiname ist handtc3bccher-1.jpg.

Nur bei den mitgebrachten Zahnbürsten hat das Farb-System anfangs versagt:

Dieses Bild hat ein leeres alt-Attribut; sein Dateiname ist zahnbc3bcrsten-1.jpg.

Gut, dass ich in weiser Voraussicht noch Zahnbürsten in weiteren Farben im Vorrat hatte. Ich bin dann auf eine lila Zahnbürste umgestiegen, die Farbe wollte sonst keiner haben.

Dass ich einmal aus Versehen doch eine grüne benutzt habe, erzähle ich aber lieber keinem.