Diagramme

Excel hilft in allen Lebenslagen. Im September 2018 habe ich mir mithilfe meiner Excel-Kenntnisse Mut gemacht und selber aus einer kleinen Krise geholfen:

Auf einer Excel-Fortbildung habe ich gelernt, Datenmaterial in Diagrammen übersichtlich und ansprechend zu präsentieren. Der Dozent hatte uns dringend empfohlen, die neu erworbenen Fähigkeiten immer wieder zu üben und in der Praxis anzuwenden. Diesen Rat habe ich mir zu Herzen genommen. In den vielfältigen und unterschiedlichen Themenkomplexen in meinem Berufsalltag habe ich von Beginn an vorsorglich, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein, eine Fülle von Daten gesammelt. Daraus habe ich nun mit wachsender Begeisterung bunte Torten-, Säulen- und Liniendiagramme erstellt und meine Kollegen und Vorgesetzten mit meinen Präsentationen beeindruckt. Alle Ausdrucke habe ich im Büro aufgehängt und finde es sehr motivierend, meine guten Arbeitsergebnisse in Form von Diagrammen täglich vor Augen zu haben. Ich denke, dass dies auf Dauer auch einen inspirierenden Einfluss auf meinen Kollegen haben wird, mit dem ich das Büro teile.

Im beruflichen Kontext sind mir nun die Daten, die ich in Diagrammen aufbereiten könnte, so langsam ausgegangen. Auf der Suche nach weiteren Themenfeldern habe ich daher meine neue Leidenschaft auf mein Privatleben ausgeweitet. Schwierig ist dabei, dass ich es hier bisher versäumt habe, entsprechendes Datenmaterial zu sammeln. So habe ich in der Vergangenheit zum Beispiel keine Daten im Zusammenhang mit der Ernährung dokumentiert. Da man in diesem Bereich mit Sicherheit wichtige Erkenntnisse gewinnen kann wenn man die Einkäufe detailliert in Excel erfasst (also Preis, Menge, Art des Lebensmittels, Vitamin- und Energiegehalt, Anteil an Ballaststoffen etc.) habe ich eine Tabelle entwickelt, die ich zukünftig für eine Dokumentation der Einkäufe nutzen werde. Man könnte dann im Folgenden auch die „Abgänge“ der Lebensmittel erfassen und in Bezug setzen zu den Einkäufen. Da lassen sich mit hoher Wahrscheinlichkeit wichtige Rückschlüsse ziehen auf Konsumverhalten, Ernährungsgewohnheiten oder auch die Funktion des Verdauungsapparates.

Eine weitere Schwierigkeit sehe ich darin, dass im Privatleben ja auch „weiche“ Faktoren eine große Rolle spielen, die nicht unmittelbar monetär, in Gewichtseinheiten, Prozenten, Joule oder sonstigen Maßeinheiten erfasst werden können. Dazu zählen im Ernährungskontext etwa das Glücksgefühl bei einer leckeren Mahlzeit oder der Grad der Zufriedenheit mit der anschließenden Verdauungstätigkeit. Da ich aber gelernt habe, dass es kein Problem gibt, das man nicht mit Hilfe von Excel lösen oder zumindest anschaulich abbilden kann, habe ich mir zur Erfassung und Darstellung von weichen Faktoren vertieft ein paar Gedanken gemacht. Am Beispiel meiner Zink-Studien habe ich die Herangehensweise an die Problemstellung exemplarisch geübt und einen Lösungsansatz erarbeitet, den ich dann später einmal so oder so ähnlich auf andere Bereiche übertragen kann.

Es geht bei meinen Überlegungen um einen Ausblick auf einen Prozessverlauf bis 2021, da man ja, so wie ich das bisher verstanden habe, beim Zinken recht langfristig denken muss. Betrachtet habe ich zum einen mein individuelles Können, das in den folgenden Diagrammen mit „Sandra“ benannt ist. Als Bezugsgröße habe ich das Können meines Lehrers („Gebhard“) mit dem optimalen Wert 100 angenommen. Zudem ist festzustellen, dass meine Leistungen im Unterricht bei erheblichen Schwankungen in der Regel stark nach unten tendieren. Diesen Faktor habe ich „Output Unterricht“ genannt. „Sandra“ und „Output Unterricht“ zählen zu den weichen Faktoren, da sie objektiv nur sehr eingeschränkt messbar sind.

Im ersten Diagramm ist die derzeitige Unterrichtssituation im Jahr 2018 abgebildet:

Anhand der Darstellung ist offensichtlich, dass ich nicht nur ganz wenig kann, sondern von dem Wenigen dann auch nur einen sehr geringen Teil präsentieren kann. Die Unterrichtssituation ist also deutlich optimierbar. Es ergeben sich drei Ziele für den weiteren Prozessverlauf:

  1. Steigerung von „Sandra“
  2. Steigerung von „Output Unterricht“
  3. Verringerung des Gaps zwischen „Sandra“ und „Output Unterricht“

Die in der vorherigen Abbildung dargestellte Verbesserung der Situation in 2019 setzt sich nahtlos in 2020 und 2021 fort. Ich plane, in 2021 auf 45 % des Optimums an Können zu sein und vor allem aber diese 45 % im Unterricht auch fast zur Gänze zeigen zu können:

Die vorhergehenden Diagramme habe ich dann zusammengefasst, wobei ich den statischen Vergleichswert „Gebhard“ nicht mit einbezogen habe. Dies hat den positiven Effekt, dass sich die Werte für mein individuelles Können erkennbar dem hier nun neu definierten und für mich realistischen Optimum, dem Wert 50, nähern.

Zudem habe ich Trendlinien eingefügt um das „Unterrichtsgap“, also die Differenz zwischen meinem tatsächlichen Können und dem Zeigen-Können im Unterricht sichtbar zu machen.

Absolut faszinierend finde ich die Tatsache, dass sich bei gleichbleibenden Trends das Gap nicht nur schließen sondern sogar umkehren wird, so dass ich perspektivisch bereits ab Mitte 2022 im Unterricht mehr zeigen kann, als ich eigentlich kann. Das ist ein äußerst erfreulicher und motivierender Ausblick.

Den Plan muss ich nun natürlich in der Realität mit belastbarem Zahlenmaterial füttern. Die Werte für mein individuelles Können erhebe ich ja seit einiger Zeit gewissenhaft mit Hilfe verschiedenster ausgefeilter Erfolgsindikatoren. Der „Output Unterricht“ wird aus den Perspektiven „Gebhard“ und „Sandra“ derzeit durchaus unterschiedlich wahrgenommen. Hier geht es also zunächst vordringlich darum, einheitliche Standards und Kriterien zu vereinbaren. Ich werde kurzfristig eine Tabelle entwickeln, in der sowohl mein Lehrer als auch ich zukünftig den „Output Unterricht“ dokumentieren können. Die Tabelle kann ich im nächsten Unterricht präsentieren, die Präsentation als Teil von „Output Unterricht“ werten und so den entsprechenden Wert schon gleich signifikant steigern.

Vielleicht lässt sich das Unterrichtsgap ja in der Realität schon vor 2022 schließen. Das ist auf jeden Fall ein lohnenswertes Ziel, das ich engagiert verfolgen werde und das ich ohne anschauliche Darstellung der Daten in einem Diagramm gar nicht als Ziel erkannt hätte. Wie gut, dass es Excel gibt!