der Osterzink

Ostern 2018 ist folgendes passiert:

Dieses Jahr ist Ostern bei uns anders als sonst. Wir müssen in Bremen die Wohnung von einem unserer Söhne auflösen, eine Waschmaschine zu einem anderen Sohn nach Köln transportieren und da bei uns keine schulpflichtigen Kinder mehr wohnen, haben weder mein Mann noch ich vor oder nach Ostern länger Urlaub. Das traditionelle Osterfrühstück, Bier und Bratwurst beim Osterfeuer sowie Familienbesuche fallen diesmal also aus. Ein paar Traditionen sollten aber meiner Meinung nach trotzdem beibehalten werden und dazu gehört zu Ostern für mich das Eierfärben unbedingt dazu. Immerhin beschränke ich mich dieses Jahr aber auf nur 10 Eier.

Die letzten Jahre habe ich zum Färben stets Färbetabletten von einer bestimmten Firma verwendet. Nachdem meine Vorräte (vor etwa acht Jahren gab es die Farben mal günstig im Angebot) aber nun aufgebraucht waren, musste ich neues Eierfärbemittel kaufen. Meine bevorzugte Firma hat im Laufe der Jahre ihr Produkt allerdings verändert und stellt jetzt keine Tabletten mehr her sondern verkauft die Farbe in flüssiger Form.

Laut oberflächlichem Studium der Packungsbeilage hätte ich in diesem Jahr mit den flüssigen Farben alles anders machen müssen als ich das seit fast 30 Jahren gewohnt bin. Da ich mir aber auch sonst nicht von irgendwelchen Packungsanleitungen vorschreiben lasse, wie ich einzelne Arbeitsschritte in der Küche zu erledigen habe sondern mich da mehr auf meine Kreativität und Erfahrung verlasse, habe ich einfach mal losgelegt.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen, die 10 Eier leuchten fröhlich und bunt. Die neue Farbe hat die braunen Eier tatsächlich besser und intensiver gefärbt als die in den vergangenen Jahren verwendete. Leider hat sich die Farbe aber gleichzeitig hartnäckig an meinen Fingern festgesetzt. Hinterher habe ich die entsprechende Warnung auf der Packung  dann doch auch noch gelesen und die empfohlenen und in der Packung beigelegten Einmal-Handschuhe gefunden.

Nach dem Eier-Färben habe ich mir natürlich die Hände gewaschen bevor ich Zink geübt habe. Vielleicht liegt es jetzt auch einfach daran, dass der Zink relativ frisch geölt ist, jedenfalls leuchten die Ränder der Grifflöcher des Instrumentes nun österlich bunt. Auf den Klang scheint das keinen Einfluss zu haben und die individuelle Optik des Zink gefällt mir eigentlich auch ganz gut. Was mein Lehrer allerdings sagt, wenn er sein Leihinstrument das nächste Mal zu Gesicht bekommt, kann ich jetzt gerade nicht wirklich einschätzen. Unser Chemie studierender Sohn hat Aceton zum Entfernen der Farbe empfohlen. Da traue ich mich aber doch nicht richtig ran und werde die Farbe einfach durch mein tägliches Üben im Laufe er Zeit wieder abtragen. Ich hoffe nur, dass sie nicht im Gegenteil noch weiter in das Instrument eingearbeitet und richtig zum Glänzen gebracht wird. Wenn ich die Farbe bis Dezember immer noch nicht weggeübt habe, kann ich sie ja aber vielleicht mit ein bisschen Goldglitzerpulver überdecken. Das stelle ich mir passend zu Weihnachten optisch irgendwie auch ganz schön vor.