Scannen

Beim Einscannen meiner Bildergeschichte (Die kleine Ente) kam mir Anfang Mai 2019 die Grundidee zu einer neuen Geschichte. Und als ich dann kürzlich einmal aus Versehen eine schlecht sitzende Jeans anhatte, haben sich viele lose Fäden miteinander verknüpft und herausgekommen ist die folgende Geschichte:

Als ich in der 7. oder 8. Klasse war, bin ich in der Schule eines Tages nach der Pause wieder in den Klassenraum zurückgekehrt. Ein paar der blöden Jungs hatten sich zusammengerottet und waren auffällig am Kichern und gestikulierten in meine Richtung. Einer von ihnen hatte so eine komische Brille auf der Nase und hat mich grinsend durch die Brillengläser betrachtet. Ich war ziemlich verunsichert von der Situation. Die Jungs haben mich dann irgendwann aufgeklärt: durch diese Brille konnten sie durch meine Kleidung hindurch bis auf meine Haut sehen. Das hat mich und die anderen Mädchen natürlich noch weiter verunsichert und aufgeschreckt und ich weiß bis heute nicht, wie diese Brille damals eigentlich funktioniert hat. Weil die Jungs nicht wollten, dass ich durch ihre Kleidung hindurchsehe, durfte ich die Brille nicht testen. Weiterlesen „Scannen“

Geräusche

Mitte April 2019 war das Bahnfahren zur Arbeit recht anstrengend, weil es bedingt durch eine größere Baustelle zu erheblichen Verspätungen oder sogar Zugausfällen kam. Ich war immer froh, wenn die Züge überhaupt fuhren und hatte in der Bahn viel Zeit, mir die folgende Geschichte zu überlegen:

Wegen längst überfälliger Bauarbeiten in Hude läuft derzeit meine Bahnverbindung, die ich als Pendlerin nutze, nicht so geschmeidig wie gewohnt. Kürzlich ist der Zug morgens im Schritttempo vor sich hingeschlichen. Zur Information der Reisenden  ertönte eine leise, erklärende Durchsage des Lokführers: „Schschschschschschkrkrkrkschschsch-strecke-schschschschkrkrkrkschsch-delmenhorst-schschschkrkrk“.

Eine Zugbekanntschaft lächelte mich erleichtert an und meinte, das sei ja nun Gott sei Dank noch im Rahmen. Weiterlesen „Geräusche“

der Wolf

Mitte April habe ich mich mit einigen Ängsten auseinandergesetzt, die man so haben kann. Angetickert wurde meine Wolfs-Geschichte wohl dadurch, dass ich einen eigenen Zink bekommen habe (!!!), um den ich mich natürlich sehr sorge und von dem ich Gefahren, wie den bösen Wolf, nach Möglichkeit abwehren will.

Beruflich habe ich im Rahmen des Sozialrechtes immer wieder mit Menschen zu tun, die von ihren Ängsten beherrscht werden. In Erinnerung geblieben ist mir z.B. eine Frau, die aus Angst vor Keimen und Bakterien nicht in der Lage war, Türklinken anzufassen oder sich auf Besucherstühle zu setzen. Ein Mann konnte es nur schwer in meinem Büro aushalten, weil die Strahlung des Computers, die Lichtwellen der Neonröhren und die Ausdünstungen des Teppichbodens ein gefährliches und ihn extrem belastendes Raumklima erzeugt haben. Sozialberatung war in diesen und anderen vergleichbaren Fällen nur unter erschwerten Bedingungen möglich. Ein Fall beschäftigt mich gerade, in dem der Betroffene seit Jahren vor lauter Angst die eigene Wohnung nicht verlassen kann. Sogar der Zahnarzt besucht und behandelt ihn zu hause. Ich kann mir nicht im Entferntesten vorstellen, wie sehr alle diese Menschen in ihrer jeweiligen Realität leiden. Weiterlesen „der Wolf“

das Beste

Anfang April habe ich mir Gedanken darüber gemacht, ob wirklich immer alles perfekt sein muss. Das Thema hat bei mir recht lange quer-gesessen, bis dann die folgende Geschichte bei herausgekommen ist:

Es gibt auf der Welt ein paar unumstößliche Gewissheiten: die Würde des Menschen ist unantastbar, eine parlamentarische Demokratie unter rechtsstaatlichen Prinzipien ist die optimale Staatsform, ich backe die beste Pizza der Welt, mein Mann kocht den allerbesten Grünkohl und für unsere Kinder wollen wir alle nur das Beste. Dabei ist nun allerdings fraglich, ob das, was wir als das Beste für unsere Kinder halten, auch in ihren Augen oder objektiv betrachtet das Beste ist. Jede Sache hat ja bekanntlich drei Seiten: eine, die du siehst, eine, die ich sehe und eine, die wir beide nicht sehen. Weiterlesen „das Beste“

Altern

Anfang 2019 habe ich bei ein paar Gelegenheiten realisieren müssen, dass ich so langsam älter werde. Im März haben meine Gedanken zu diesem Thema zu folgender Geschichte geführt:

Man ist bekanntlich immer so jung, wie man sich fühlt. Irgendwann kommt man aber unweigerlich in einen Lebensabschnitt, in dem man sich vielleicht noch jung fühlt, aber trotzdem zunehmend Indikatoren wahrnimmt, die darauf hindeuten, dass man altert. So ist es zum Beispiel mathematisch und biologisch höchst unwahrscheinlich, dass man sich selber noch in den Dreißigern befindet, wenn die eigenen Kinder zwischen Mitte und Ende Zwanzig sind. Weiterlesen „Altern“

Wahrnehmungen

Mitte März 2019 habe ich mich damit beschäftigt, wie ich Dinge wahrnehme und was meine Wahrnehmung manchmal für lustige Konsequenzen hat:

Menschen nehmen dieselben Dinge oder Vorgänge unterschiedlich wahr. Das kann zusammenhängen mit bestimmten Lebensphasen, Vorlieben oder auch Erfahrungen, die wir in unserem bisherigen Leben gemacht haben. Als wir zum Beispiel in der Familiengründungsphase waren, habe ich im Stadtbild überall schwangere Frauen oder Menschen mit Kinderwagen gesehen. Später, als unsere Jungs alle aktiv Basketball gespielt haben, sind mir vor allem die vielen groß gewachsenen und sportlich durchtrainierten jungen Männer aufgefallen, die mit grauen Jogginghosen, Kapuzenpullovern und Stöpseln in den Ohren schlurfenden Schrittes unterwegs waren. Auf dem Spielfeld haben sie sich dann aber als äußerst agile und athletische Sportler entpuppt, sind verloren geglaubten Bällen hinterhergesprintet und haben sich fast anmutig zu krachenden Dunkings in die Höhe geschraubt. Weiterlesen „Wahrnehmungen“

Wege

Mitte März 2019 hatte ich etwas Pech mit meinen Zugverbindungen und der Weg zur Arbeit und zurück war ziemlich beschwerlich und zeitraubend. Aber rauben uns lange Wege wirklich unsere Zeit?

Alle Wege führen bekanntlich nach Rom. Aber steht nun eigentlich Rom im Mittelpunkt unseres Strebens oder ist der Weg das Ziel?

Im Verlaufe des Lebens tun sich viele Wege vor uns auf. Wir können sie beschreiten oder wir können uns dazu entscheiden, sie nicht zu gehen. Manchmal steht das Ziel des Weges im Fokus, manchmal aber auch der Weg selber. Bei Kleinkindern erwacht mit ungefähr einem halben Jahr das Bedürfnis, sich im Raum zu einem interessanten Gegenstand hin zu bewegen, sei es das bunte Spielzeug, eine tote Fliege auf dem Fußboden oder die spannende knallrote Steckdosenleiste. Weiterlesen „Wege“

alles bio

im Februar 2019 bin ich über einen interessanten Zeitungsartikel gestolpert, der mich zum Nachdenken gebracht hat:

Im Januar 2019 teilen wir uns die Erde und ihre begrenzten Ressourcen mit knapp 7.675.000.000 anderen Menschen. Dass wir auf unsere Umwelt aufpassen müssen, um unseren Nachkommen noch einen bewohnbaren Planeten zu hinterlassen, haben mittlerweile viele Menschen verstanden. Bei der Umsetzung eines nachhaltig umweltbewussten Lebens hapert es aber noch häufig und ich stelle immer wieder fest, dass es manchmal gar nicht so einfach ist, sich umweltgerecht zu verhalten. Weiterlesen „alles bio“

Wörter

im Februar 2019 habe ich mich mit Wörtern beschäftigt:

Wörter begleiten uns ein Leben lang und ermöglichen uns eine Form der Kommunikation mit unseren Mitmenschen. Bei Babys warten wir gespannt auf das erste Wort, das sie formen und ob es wohl „Mama“ oder „Papa“ sein wird. Bei unseren Kindern waren es übrigens zweimal das Wort „Ball“ und einmal „Auto“. Stetig erweitern wir dann unseren Wortschatz, imitieren die Sprachmelodie und bekommen ein Gefühl für die richtige Grammatik unserer Muttersprache. Weiterlesen „Wörter“